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Hintergrund und Zielsetzung des Hessischen Bewegungschecks

Welche Leitgedanken stehen hinter dem Hessischen Bewegungscheck? Im Fokus dieser Seite stehen die Vision und die Ziele des Programms für eine gesunde Entwicklung von Kindern. Neben Informationen zur gewählten Zielgruppe erhalten Sie hier auch einen kurzen Einblick in die Entstehung und den Hintergrund des Projekts.

Vision

Die Vision des Hessischen Bewegungschecks ist es, Kinder in Bewegung zu bringen und durch den Spaß am Sport stark für die Zukunft zu machen. Denn aktive Kinder entdecken ihre eigenen Potenziale, stärken ihre Gesundheit und wachsen fit, selbstbewusst und lernstark heran.

Zielsetzung

Welche Ziele verfolgt der Hessische Bewegungscheck und wer soll erreicht werden? Erfahren Sie hier mehr zur Zielsetzung und der Zielgruppe des Programms.

Der Hessische Bewegungscheck verfolgt das Ziel, den aktuellen motorischen Entwicklungsstand von Kindern in der zweiten Klasse systematisch zu erheben. Folgende Ziele sind leitend:

  • Stärken und Förderbedarfe frühzeitig erkennen
  • individuelle Bewegungsempfehlungen geben
  • Eltern gezielt informieren und für die Bedeutung von Bewegung sensibilisieren
  • Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen stärken

Eine altersgerecht entwickelte Motorik umfasst weit mehr als nur Sportlichkeit – sie stellt einen entscheidenden Faktor für die Gesundheitsförderung dar. Aktive Kinder tragen nicht nur ein geringeres Risiko mit sich, an Zivilisationskrankheiten wie Diabetes oder Übergewicht zu erkranken, sondern sind auch konzentrierter und damit leistungsfähiger im Lernen in der Schule.

Zielgruppe des Hessischen Bewegungschecks sind alle Schülerinnen und Schüler der 2. Klassen an hessischen Grundschulen. Die Wahl fällt ganz bewusst auf diese Altersstufe: Am Ende des zweiten Schuljahres verfügen die Kinder bereits über ausreichende schulische und motorische Erfahrungen. Sie haben sich an das (Lern-)Umfeld Schule gewöhnt, kennen ihre Mitschülerinnen, ihre Mitschüler sowie ihre Lehrkräfte und haben auch schon Erfahrungen mit Testsituationen gemacht.

Mit sieben oder acht Jahren lassen sich die motorischen Fähigkeiten zudem besonders verlässlich einschätzen. Ein weiterer Vorteil: Das dritte Schuljahr bleibt dadurch frei von zusätzlichen Belastungen, da dort ohnehin bereits viele andere Lernstandserhebungen sowie das Schulschwimmen auf dem Lehrplan stehen.

Aus diesen Gründen wurde die Durchführung des Bewegungschecks bewusst in das zweite Schuljahr gelegt.

Hintergrund & Entwicklung

Erfahren Sie mehr über die Entstehung und die Historie des Hessischen Bewegungschecks sowie über seine bisherige Umsetzung und die Weiterentwicklung des Programms.

Die Idee zum Hessischen Bewegungscheck (HBC) entstand im Jahr 2018 im Rahmen des Landesprogramms „SPORTLAND HESSEN bewegt“. Ziel war und ist es, die motorischen Fähigkeiten von Grundschulkindern zu erfassen, frühzeitig Stärken oder Förderbedarfe zu erkennen und Kinder gezielt in die Sportvereine vor Ort zu vermitteln.

Modell- und Testphase (2021–2025): Nach der offiziellen Auftaktveranstaltung im November 2021 im Rheingau-Taunus-Kreis wurde der Bewegungscheck als groß angelegtes Modellprojekt schrittweise in insgesamt acht Testregionen erprobt, um Abläufe zu testen und das Angebot zu optimieren. Dazu zählten neben dem Rheingau-Taunus-Kreis auch die Region Kassel sowie die Landkreise Main-Taunus, Hochtaunus, Groß-Gerau, Gießen, Limburg-Weilburg und Vogelsberg.

Wissenschaftliche Begleitung: Konzeption, Datenauswertung und Evaluation lagen in dieser Phase beim Institut für Sportwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Sie entwickelten den ursprünglichen Testparcours aus zwölf Übungen (basierend auf dem MOBAK-Ansatz und dem Deutschen Motorik-Test), der in den Modellregionen erfolgreich zum Einsatz kam.

Auf Basis der vielseitigen Erkenntnisse und Erfahrungen aus der mehrjährigen Modellphase (2018–2025) wird der Hessische Bewegungscheck konzeptionell und strukturell weiterentwickelt. 

Das Hessische Sportministerium sowie das Hessische Kultusministerium bereiten die Einführung der Neuauflage ab dem Schuljahr 2026/27 gemeinsam mit starken Partnern vor – darunter die Zentralstelle für Schulsport und Bewegungsförderung, der Landessportbund Hessen, die Sportjugend Hessen sowie die Sportkreise; wissenschaftlich ergänzend begleitet wird das Verfahren künftig durch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Ziel ist es, das Verfahren landesweit einheitlicher, effizienter und langfristig tragfähig zu gestalten. Dazu gehören insbesondere die Einführung des Deutschen Motorik-Tests als wissenschaftlich etabliertes Testverfahren, eine zentrale Koordination sowie eine stärkere Einbindung der Lehrkräfte in die Durchführung an den Schulen. Zugleich sollen die Ergebnisse des Checks künftig noch gezielter für passende Folgeangebote genutzt werden – sowohl zur Förderung von Kindern mit motorischem Unterstützungsbedarf als auch zur Talentförderung.

Die Neuauflage baut somit auf einem bewährten Fundament auf, optimiert die Abläufe, stärkt die organisatorischen Strukturen zwischen Schulen und Sportvereinen und bereitet den Weg für eine flächendeckende Bewegungsförderung in ganz Hessen. So wird sichergestellt, dass der Bewegungscheck langfristig noch besser in den Alltag integriert und der Nutzen für alle Beteiligten maximiert werden kann.

Ab dem Schuljahr 2026/2027 soll der der HBC 2.0 an hessischen Grundschulen angeboten und sukzessive landesweit ausgeweitet werden.

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